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Apothekerin Ute Lau
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Thema des Monats

Vorsicht: Sommer!

Im Sommer werden Gesundheitsrisiken durch die gehobene Stimmung oft nicht oder nur unzureichend wahrgenommen...

...Wenn es dann "passiert" ist, heißt es schnell und richtig handeln! Hier ein Überblick über die häufigsten Gesundheitsrisiken im Sommer, und wie Sie diesen vorbeugen bzw. deren Folgen minimieren können.

Hitzschlag

  • Ursache: Körperwärmeabgabe durch hohe Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit be- bzw. verhindert
  • Folge: Erhöhung der Körper-Kerntemperatur
  • Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schläfrigkeit, trockene und heiße Haut
  • Behandlung: Betroffenen an kühlen, gut belüfteten Ort bringen, beengende Kleidung entfernen, Wasser- sowie Elektrolytverlust ausgleichen

Sonnenstich

  • Ursache: direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf
  • Folge: Wärmestau im Kopfbereich führt zu einer Reizung der Hirnhaut
  • Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, heißer Kopf, Nackensteifigkeit
  • Behandlung: Betroffenen an kühlen, gut belüfteten Ort bringen, kalte Umschläge auf Stirn und Nacken

Sonnenbrand

  • Ursache: im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlen
  • Folge: Reizung und Schädigung der Hautzellen, z.T. irreparable Zellschäden bzw. Langzeitschäden (Hautkrebs)
  • Symptome: Rötung, Schwellung, Verbrennung, Berührungsschmerz
  • Behandlung: vorbeugend: effektiver Sonnenschutz: Aufenthalt im Schatten, schützende Kleidung, Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor und Bandfiltern gegen UVA- und UVB-Strahlung,bei Sonnenbrand: kühlende, die Reizung stillende Gels (z.B. mit Bamipinlactat oder Dimetindenmaleat), kühlende Umschläge (nicht auf offene Wunden!), Spray, Milk oder Lotion mit Dexpanthenol

Lippenherpes

  • Ursache: nach Sonneneinwirkung, besonders im Hochgebirge, als "Reiz" bzw. "Stressfaktor" wird das Immunsystem, ggf. lokal, deaktiviert
  • Folge: Herpes-simplex-labialis-Virus, im Nervensystem "ruhend", bricht aus
  • Symptome: zunächst brennt, spannt und juckt die gerötete Haut. dann bilden sich Bläschen, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind und nach einigen Tagen unter einer gelben Kruste langsam abheilen
  • Behandlung: vorbeugend Lippenpflegestift mit UV-Filter, Ansteckung durch Betroffene vermeiden (Schmierinfektion, Küssen, Essgeschirr), nach Infektion: Salben oder Gels, die das Wachstum der Viren hemmen (mit Aciclovir oder Zinksulfat oder Melisse bzw. Citralen), austrocknend und entzündungshemmend wirken (Zinkoxid) bzw. lokal betäuben / Juckreiz stillen (Lidocain)

Wasser- und Mineralstoffverlust

  • Ursache: Schwitzen als temperaturregulierende Körperreaktion auf hohe Temperaturen
  • Folge: Wasser- und Mineralstoffverlust (im Schweiß gelöste Salze)
  • Symptome: trockener Mund, Schwindel, Mattigkeit, Kreislaufprobleme, Ohnmacht, Muskelzittern und -krämpfe
  • Behandlung: ausreichende Flüssigkeits- und Mineralzufuhr: bis zu 5 Liter am Tag, lauwarm und kontinuierlich in kleinen Mengen getrunken; isotonische Getränke oder Elektrolytpulver bzw. Kalium- und Magnesiumpräparate aus der Apotheke, auch Mineralwasser mit Apfelsaft oder / und Lösung von 1 Teelöffel Kochsalz in 1 Liter Leitungswasser; Keimfreiheit beachten! (Wasser abkochen, ggf. Wasserentkeimer wie Filter oder Tabletten benutzen)

Herz-Kreislauf-Probleme

  • Ursache: Gefäßerweiterung und Flüssigkeitsverlust in Folge hoher Außentemperaturen
  • Folge: Absinken des Blutdrucks, Magnesiumverlust
  • Symptome: Schwindel, Abgeschlagenheit, Herzschlag verlangsamt oder rasend mit Extrasystolen ("Aussetzern"), migräneartige Kopfschmerzen
  • Behandlung: körperliche Anstrengung vermeiden, ausreichend trinken (siehe auch bei "Wasser- und Mineralstoffverlust"), Beine hoch lagern, ggf. Arzt aufsuchen

Venen-Probleme

  • Ursache: Gefäßerweiterung und Flüssigkeitsverlust in Folge hoher Außentemperaturen
  • Folge: weitere Ausdehnung ohnehin zu weiter Bein-Venen, Blutverdickung
  • Symptome: bleischwere und schmerzende Beine, Spannungsgefühle, geschwollene Knöchel und juckende Haut
  • Behandlung: ausreichend trinken (siehe auch bei "Wasser- und Mineralstoffverlust"), Schenkelgüsse von den Füßen bis zu den Oberschenkeln mit kaltem Wasser, wenn möglich Beine hoch lagern, sonst immer wieder einmal auf den Zehenspitzen wippen, Stützstrümpfe verwenden, gefäßstabilisierende Lotionen, Gels etc. mit Rosskastanienextrakt oder Präparate aus rotem Weinlaub (äußerlich und innerlich), heparin- und hirudinhaltige Gels und Cremes etc. zur Vorbeugung von Thrombosen

Nahrungsverderb und Diarrhoe

  • Ursache: hohe Außentemperaturen
  • Folge: explosionsartiger Anstieg der Vermehrungsrate von Keimen (RGT-Regel) auf geeigneten Substraten, z.B. Nahrungsmitteln
  • Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Koliken, Durchfall (Dauert der Durchfall länger als zwei Tage oder kommt zusätzlich hohes Fieber auf, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen!)
  • Behandlung: vorbeugend: Nahrungsmittel und Getränke im Kühlschrank bei max. 8°C aufbewahren, in Restaurants etc. Eiswürfel, Desserts und Speiseeis vermeiden, besonders im Ausland Nahrungsmittel frisch kochen / braten, Früchte schälen, Getränke abkochen oder aus frisch geöffneten Flaschen oder Dosen entnehmen; im Infektionsfall: Erbrechen befördern, jedoch Elektrolytverlust ausgleichen (z.B. Elektrolytpulver), Koliken behandeln (N-Butylscopolaminiumbromid), Durchfall stoppen mit Loperamid, Durchfall auslösende Substanzen binden mit Kohletabletten, ggf. Antibiotika-Behandlung (Arzt aufsuchen!)

Insekten und Spinnentiere

  • Ursache: verstärkte Aktivität auch saugender und stechender Insekten und Spinnentiere in Folge hoher Außentemperaturen, verstärkter Aufenthalt im Freien
  • Folge: verstärkte Belästigung durch, z.B., Stechmücken, Wespen, Hunde-, Katzen-, Sandflöhe (alles Insekten), sowie Zecken, Ernte- bzw. Herbstgrasmilbe, Spinnen und Skorpione (alles Spinnentiere)
  • Symptome: Juckreiz, Entzündungen, Quaddelbildung an den Biss- bzw. Einstichstellen, ggf. allergische Reaktionen inkl. allergischem Schock oder systemische Folgeerkrankungen durch Eindringen von Krankheitserregern wie, z.B., von Borreliose, FSME, Malaria, Streptokokken
  • Behandlung: vorbeugend: Brutstätten beseitigen, mechanischer Schutz (Mückengitter, körperbedeckende Kleidung), Repellentien, welche durch entsprechende Düfte oder bittere Geschmacksstoffe die Parasiten vom Stich / Biss abhalten; Schutzimpfungen, Malariamittel; im Infektionsfall: betroffene Stelle desinfizieren und kühlen (Kühlkompresse, Kühlgel), juckreiz- und entzündungshemmende Gels und Cremes (z.B. mit Dimetindenmaleat, Lidocain oder / und Hydrocortison), ggf. Antibiotika und Antiallergika bzw. Malariamittel (nach Arztbesuch)

Sportverletzungen

  • Ursache: gesteigerte Sport- und Freizeitaktivitäten bei schönem Wetter, ungenügender Trainingszustand und mangelhafte Vorbereitung, zu hohe Risikobereitschaft, Selbstüberschätzung
  • Folge: Prellungen und Verstauchungen, Knochenbrüche und Verrenkungen, Muskel-, Sehnen- und Bänderverletzungen, Weichteilverletzungen, Gebissverletzungen, Verletzungen von Gehirn und Rückenmark, Verletzungen an inneren Organen, Augen u.a.
  • Symptome: neben Schmerzen für die jeweilige Verletzungsart typische Symptome
  • Behandlung: vorbeugend: ausreichend Aufwärmübungen, Trainingszustand verbessern, ggf. stützende Sportbandagen verwenden; im Verletzungsfall: Schmerzmittel, meist Ruhigstellen des betroffenen Körperteils, meist Kühlen mit Kühlkompressen etc., Arztbesuch wird angeraten
  • siehe auch bei "Gesundheitstipps" / "Themen von A-Z" / "Sportverletzungen"

Pollenallergie

  • Ursache: Pollen von blühenden Pflanzen provozieren beim Immunsystem Betroffener eine allergische Reaktion
  • Folge / Symptome: Niesen, lästiger Schnupfen (im Gegensatz zum Erkältungsschnupfen ist das Nasensekret wässrig und ganz klar), tränende oder juckende Augen sowie Hustenreiz und Gaumenjucken; unbehandelt entwickelt sich im Laufe der Jahre bei etwa 1/3 der Fälle ein Asthma, das ebenfalls an die Pollensaison gebunden ist und dann auch die obere Luftröhre, die Bronchien und schließlich die gesamte Lunge betrifft
  • Behandlung: vorbeugend: anhand eines Pollenflugkalenders informieren, auf Spaziergänge über Wiesen und Felder bei besonders trockenem Wetter verzichten, Pflanzen, auf die Sie allergisch reagieren, im eigenen Garten kurzhalten, damit diese nicht blühen können, nur bei geschlossenem Fenster schlafen oder Pollenschutzfenstergitter verwenden, Nasenspülkannen zur Reinigung des Nasen-Rachen-Raumes benutzen, Fenster im Auto geschlossen halten und Staub- und Pollenfilter verwenden Medikamente Antihistaminika der neueren Generation, verschrieben oder in der Apotheke erworben: lokale Behandlung, wenn das Leiden hauptsächlich Nasenfunktion und Augen beeinträchtigt, zusätzliche Gabe von hochdosiertem Kalzium, als nächster Schritt - manchmal aber auch als erste Wahl - kann bei rhinitischen Beschwerden ein lokal wirksames Cortikosteroid kombiniert werden Desensibilisierung Desensibilisierungs- bzw. Hyposensibilisierungs-Behandlungen verringern die saisonalen Allergiebeschwerden um 70 - 90%, bei der Behandlung werden in pollenfreien Zeiten individuell hergestellte Pollenlösungen vom Allergologen oder Hausarzt in regelmäßigen Abständen unter die Haut am Oberarm gespritzt

Erkältungsrückfall

  • Ursache: zu leichte Bekleidung, Unterkühlung bei Durchzug, geschwächtes Immunsystem durch den Stressfaktor Sonne
  • Folge / Symptome: Halsschmerzen, Husten, Schnupfen, ggf. Fieber
  • Behandlung: vorbeugend Anwendung von Pflanzen und Pflanzenbestandteilen zur vorbeugenden Stärkung des Immunsystems: Adaptogene = Mittel zur unspezifischen Steigerung der Abwehrkräfte (Ginsengwurzel und Eleutherococcus-senticosus-Wurzel ‚Taigawurzel’); Immunstimulantien = sind Mittel, die zu einer direkten Stimulierung der Abwehrkräfte wie Vermehrung der weißen Blutkörperchen, Erhöhung der Aktivität der unspezifischen Fresszellen und teilweise auch gegen Viren gerichtete (=antivirale) Effekte führen (Sonnenhutarten Echinacea, Arnikawurzel und Lebensbaum) nach Infektion: Killerzellen unseres Immunsystems, welche in der Lage sind, eingedrungene Erreger abzutöten, werden durch Wurzel-Auszüge der Kapland-Pelargonie (Markenname Umckaloabo®) aktiviert; symptomatische Behandlung: bei leichter Rötung und Schmerzen im Hals entzündungshemmende Lutschtabletten oder Spüllösungen (z.B. Kamillen- oder Salbeiextrakte) sowie dexpanthenolhaltige Tabletten zum Lutschen, bei stärkeren Schmerzen und Schluckbeschwerden Lutschtabletten oder Sprays mit lokal betäubenden Mitteln sowie entzündungshemmende Schmerztabletten zum Einnehmen mit Acetylsalicylsäure oder mit Paracetamol (senken auch gleichzeitig auftretendes Fieber), bei Reizhusten und Husten synthetische Hustenstiller und Hustenlöser oder pflanzliche Arzneimitteln aus Arznei-Efeu, Spitzwegerich, Eibisch, Thymian u.a., bei Schnupfen abschwellende Nasentropfen- oder Sprays Linderung, Nasensprays oder Nasenspüllösungen mit Meersalz oder Emser Salz reinigen und befeuchten die Nasenschleimhaut und helfen bei der Regeneration.

Professionellen Rat, wie Sie Gesundheitsrisiken im Sommer vermeiden und eingetretene Gesundheitsschäden effektiv therapieren können, erhalten Sie in Ihrer Apotheke!

Quelle: Text: meXXart pohl & veith GbR / Bild: meXXart pohl & veith GbR

Strand Symbolbild